Dienstag, 12. Januar 2010

Demo in Frankfurt (30.01.): Die Uni gehört allen!


Aufruf
Die Ausrichtung aller Lebensbereiche auf ihre Verwertbarkeit verschärft sich. Flankiert wird diese Entwicklung durch autoritäre Maßnahmen und die Kriminalisierung sozialer Widerstände. Stechuhren, Hartz IV, Ausbildungsplatzmangel, Exzellenzinitiativen, Selektion an Schulen und Hochschulen, Abschiebungen und „blue cards“ nur für „hochqualifizierte“ Migrant_innen, all das sind nur einige Kennzeichen einer ausgrenzenden Gesellschaft. Einer Gesellschaft, in der nicht die Menschen und ihre Bedürfnisse, sondern ihre Verwertbarkeit im Mittelpunkt steht.

Die Frankfurter Stiftungsuniversität kann hierfür als eine der Pioniere gelten. Studierende besetzten dort Ende November eines der Gebäude der Goethe-Uni, das regelmäßig an Konzerne vermietet wird. Sie wollten dort Raum und Zeit für eine kritische Auseinandersetzung schaffen. Am 02.12.2009 wurde dieser studentische Protest gewaltsam durch die Polizei beendet. Seitdem herrscht Ausnahmezustand an der Frankfurter Universität: Kritischen Studierenden drohen die Zwangsexmatrikulation und Strafverfahren, immer wieder patrouilliert Polizei auf dem Campus und der Universitätsbetrieb wurde mehrfach durch Aussperrungen lahm gelegt.

Auch in vielen anderen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens kommt es immer öfter zu sozialen Konflikten. Arbeiter_innen, Azubis, Schüler_innen, Studierende, von Abschiebung Bedrohte, Erwerbslose und andere gehen auf die Straße. Dabei verweisen all diese Proteste auf die Möglichkeit einer gemeinsame Forderung: Die gesellschaftlichen Verhältnisse haben sich nach den Menschen zu richten, nicht nach Profitinteressen. Die Organisierung der Gesellschaft muss von den Menschen selbst bestimmt sein. Um wirklich etwas zu verändern, müssen wir genau dies als gemeinsames Ziel formulieren und erkämpfen.

Statt den kürzenden, ausschließenden, überwachenden Staat um Hilfe anzurufen, müssen wir gemeinsam auf die Straße gehen und dafür kämpfen, dass die Schule unsere Schule, die Uni die Uni aller, die gesellschaftliche Produktion nach den Bedürfnissen aller – das Leben ein selbstbestimmtes Leben sein soll. Die Uni gehört Allen! Für freie Bildung und ein selbstbestimmtes Leben! Unser Leben in unsere Hände! Für die radikale Demokratisierung aller Lebensbereiche!

Homepage zur Demo: unigehoertallen.tk

Mitfahrbörse zur Demo nach Frankfurt

Und hier noch das Mobi-Video:


Mobilisierungsvideo Demonstration Bildungsstreik Frankfurt am Main "Die Uni gehört allen" from memo perez on Vimeo.

Kommentare:

  1. uhh die böse Polizei! böse Politiker!

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  2. Wenigstens haben die das diesmal an nem Wochenende gemacht. Dann gehen da nicht nur Leute hin, weil sie somit "mit gutem Gewissen" die Vorlesung schwänzen können.

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  3. Naja, das mit dem Staat (Harz VX oder so) und so, dass hätte man hier kaum noch erwähnen brauchen. Aber das mit dem, dass ...

    " ... das Leben ein selbstbestimmtes Leben sein soll. Die Uni gehört Allen! Für freie Bildung und ein selbstbestimmtes Leben! Unser Leben in unsere Hände! Für die radikale Demokratisierung aller Lebensbereiche!"

    Oho!

    Entlich bekommt hier mal eine/r die liberale Kurve. Entlich Frei nach dem: "Eine jeder für sich."

    Ich hatte schon Angst das wir liberalen verweichlichen in unserem Nachdruck auf "Demokratie, da denkt sich jeder folgenlos was er will. Nur sagen soll er's halt net."

    Der liberale weis Schließlich: Freiheit = Entledigung = Wo kein Mensch stört.

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  4. Demokratie ist nur dann toll, wenn über 50% der Anderen der selben Meinung ist wie man selbst ^^

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  5. Genau! Demokratie ist nur dann Toll, wenn sich 50% der Anwohner nicht von der demo gestört fühlen.

    Heißt also a) erst mal Demo absagen, b) Volksbefragung, c) evtl. Befassung des Landtages, d) dann vielleicht noch demo - mit Glück noch vor Weihnachten.

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  6. Ja genau! Weil sonst stehen sie ja im Widerspruch zu "Demokratisierung in ALLEN Lebensbereichen".


    Ich glaub die meinen eher "Demokratisierung in ALLEN Lebensbereichen, bei der WIR die Mehrheit sind"....

    Was meinen die denn was bei einem Volksentscheid (Volk != Studenten) zum Thema Studiengebühren rauskommen würde?

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  7. Bedeutet Demokratie denn tatsächlich, dass die Meinung von Minderheiten der der Mehrheit komplett unterworfen wird?
    Die Unterdrückung von Minderheiten ist doch eher ein Merkmal autoritärer Systeme, oder?
    Vieleicht sollte sich da so manch einer mal Gedanken drüber machen...

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  8. Gemeinsame Fahrt von HH nach FFM und zurück. 10 Euro pro Person. Infos hier: http://hawbrennt.blogspot.com/2010/01/auf-nach-frankfurt.html

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