Mittwoch, 13. Januar 2010

„Bildung für alle“ – Was bedeutet das?

Auf den Bannern der protestierenden Studenten ist häufig, auch in abgewandelter Form, „Bildung für alle!“ zu lesen. Wir schreien in Sprechchöre „Bildung für alle und zwar gebührenfrei!“.
Oberflächlich lässt sich die Frage nach einer Begründung und Konkretisierung der Forderung beantworten. Jedem Menschen soll der Zugang zur Bildung offen sein, jeder Mensch soll an einer Universität studieren können.

Doch was drückt diese Forderung genau aus?

1)
Forderung im Sinne der Wirtschaft?
Dieter Lenzen schreibt, dass ein Studium nicht durch Geldforderungen erschwert werden dürfe. Er spricht sich gegen die soziale Selektion beim Bildungszugang aus. Wir können ihm unterstellen, er wolle genügend Studierende an die Universität bringen, um sie für die Wirtschaft leistungsfähig auszubilden. Je mehr Studenten, desto mehr leistungsfähige ausgebildete Arbeiter. Also, eine Forderung im Sinne der Wirtschaft?

2)
Was bedeutet Bildung?
Um diese Frage umfangreich beantworten zu können, sollten wir uns zu erst fragen, was wir unter Bildung verstehen. Der Begriff hat in den Jahren immer wieder einen Bedeutungswechsel erlebt. Was verstehen wir heute darunter? Wandelt sich die Bedeutung des Begriffs gerade? Was fordern wir für eine Form der Bildung, wenn wir eine freie Bildung fordern?

3)
Was bedeutet "Bildung für alle" für die Gesellschaft?
Wenn jeder Mensch gebildet sei, wer geht dann noch putzen, wer arbeitet dann noch bei der Müllabfuhr?
Muss es nicht auch Menschen geben, die einfach nur arbeiten? Die funktionieren, damit die Gesellschaft funktioniert? Bildung ist seit eher einem kleinem elitären Teil der Bevölkerung vorbehalten. Was hat die geforderte Veränderung für eine Auswirkung auf die Gesellschaft und das Zusammenleben?

Alle sind herzlich eingeladen am Donnerstag, den 14.01.2010, ab 18Uhr im Café Knallhart mitzudiskutieren!!!!

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