HWP:
Jetzt gerade tagt der Fakultätsrat der HWP öffentlich im Hörsaal der HWP. Es geht um die Besetzung nicht besetzter Professuren im Bereich Arbeitsrecht, die zurück in die juristische Fakultät verlagert werden sollen. Damit würde das Fachgebiet Arbeits- und Wirtschaftsrecht im sozial-ökonomischen Studiengang abgeschafft.
GAL
Die GAL lädt heute um 20:00 Uhr ein zur Diskussion zum Thema Hochschulpolitik in Hamburg in der Geschäftsstelle der Partei. Ist zwar eigentlich parteiintern aber wir wissen ja, wo sich die Geschäftsstelle befindet und wie wichtig es ist mitzureden, wenn es um die Entwicklung der Uni geht! Frau Löschper und andere Uniangehörige werden erwartet.
Mittwoch, 25. November 2009
Dienstag, 24. November 2009
Die Besetzer_innen laden Dieter Lenzen ins Audimax ein !
PRESSEMITTEILUNG (24.11.2009)
Die Besetzer_innen des Audimax an der Uni Hamburg weisen Äußerungen Margret Wintermantels zurück und laden den redseligen Kandidaten Dieter Lenzen ins Audimax ein
Die derzeitige Präsidentin der Hochschulrektoren-Konferenz (HRK) Margret Wintermantel hat am heutigen Dienstag DeutschlandRadio Kultur ein Interview gegeben, das sie als ernsthafte Diskussionspartnerin vollständig disqualifiziert.
Frau Wintermantel wirft den Studierenden unter anderem Ungeduld vor („Es bewegt sich schon etwas, aber die Studierenden sind furchtbar ungeduldig.“). Das ist eine zurückzuweisende Meinung, denn nach Jahren des erlittenen Bachelor-Master-Stress, formierte sich im Sommer 2009 eine breite Protestbewegung, die schon damals mit Verständnis von allen Seiten zugeschüttet wurde. Doch passiert ist seitdem Nichts. Und auch schon vor dem Bildungsstreik zeigten unzählige empirische Studien die Unstudierbarkeit der Bachelor auf (erhöhte Abbruchquoten, massiv auftretende Burn-Out-Syndrome etc.). Warme Worte ohne danach konsequent zu handeln nehmen keinen Prüfungsdruck, helfen nicht dabei, den überfrachteten Stundenplan zu verkleinern, sichern einem keinen Master-Studienplatz und geben einem nicht mehr Wahlfreiheit. Nicht Ungeduld, sondern die langsam zu Ende gehende Geduld der Studierenden mit den Entscheidungsträger_innen kennzeichnen die derzeitigen Proteste. Denn: Auf die Schulter klopfen können wir uns selber.
Weitaus skandalöser ist die Einschätzung Wintermantels, dass der Vorwurf der Entdemokratisierung an den Unis „barer Unfug“ sei. Wir Hamburger Studierenden möchten Frau Wintermantel fragen: Ist es barer Unfug, dass unter Wissenschaftssenator Jörg Dräger die universitäre Mitbestimmung in Gremien vielfach eingestampft wurde? Ist es barer Unfug, dass an vielen Hochschulen ein Hochschulrat ohne jegliche demokratische Legitimation existiert, der die „Strategische Steuerung“ der Hochschulen zur Aufgabe hat? Ist es barer Unfug, dass das aktuelle Verfahren zur Uni-Präsidenten-Findung in Hamburg intransparent und nicht-öffentlich ist und es noch nicht mal eine wirkliche Wahl war (u.a. weil es keine Auswahl gab)? Ist die Erprobungsklausel im Berliner Hochschulgesetz, die dort dem FU-Präsidium unter Dieter Lenzen erlaubte Entscheidungsprozesse über den Akademischen Senat hinweg durchzuziehen „barer Unfug“ ?
Wir hoffen, dass mit diesen Fragen klar wird, dass Frau Wintermantel in keinster Weise die Realitäten an deutschen Hochschulen wahrnimmt. Das liegt daran, dass Frau Wintermantel und die HRK diese Strukturen selbst (mit-)erschaffen bzw. eingefordert haben. Denn die HRK ist nicht die Stimme der Universitäten, sondern eine Lobbyorganisation der Uni-Leitungen. Seit Jahren arbeitet diese Organisation mit der Bertelsmann Stiftung im Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) zusammen. Die Ziele: Die Akzeptanz der Studiengebühren erhöhen; Hochschulen zu Unternehmen umtransformieren (inklusiver mächtiger Führungsebenen) sowie den Wettbewerb zwischen Unis anheizen. Kein Wunder also, dass sich Frau Wintermantel nur das aus den Forderungen der Studierenden rauspickt, was ihr und ihrer Organisation nicht schadet. Die Forderungen der Studierenden sind aber kein IKEA-Katalog, aus dem man sich das angenehmste aussucht: eine radikale BA-MA-Reform beispielsweise ist nicht zu trennen von der Notwendigkeit nach Gebührenfreiheit sowie den Forderungen nach demokratischen Strukturen!
Zuletzt noch einige Anmerkungen zu Dieter Lenzen. Jener Kandidat (wir halten ihn nicht für den Präsidenten) gibt derzeit in jedes Mikrophon, was man ihm vor die Nase hält, ein Interview. Das soll seine Akzeptanz in der Öffentlichkeit sowie an der Uni erhöhen. Wenn Herr Lenzen so gerne redet, dann wird er doch auch gerne mal öffentlich an der Uni über seine Ideen sprechen können und sich der Diskussion mit den Studierenden stellen. Wir laden Dieter Lenzen deswegen hiermit ins besetzte Audimax ein und sind sicher, dass wir die besseren Argumente auf unserer Seite haben.
Die Besetzer_innen des Audimax an der Uni Hamburg weisen Äußerungen Margret Wintermantels zurück und laden den redseligen Kandidaten Dieter Lenzen ins Audimax ein
Die derzeitige Präsidentin der Hochschulrektoren-Konferenz (HRK) Margret Wintermantel hat am heutigen Dienstag DeutschlandRadio Kultur ein Interview gegeben, das sie als ernsthafte Diskussionspartnerin vollständig disqualifiziert.
Frau Wintermantel wirft den Studierenden unter anderem Ungeduld vor („Es bewegt sich schon etwas, aber die Studierenden sind furchtbar ungeduldig.“). Das ist eine zurückzuweisende Meinung, denn nach Jahren des erlittenen Bachelor-Master-Stress, formierte sich im Sommer 2009 eine breite Protestbewegung, die schon damals mit Verständnis von allen Seiten zugeschüttet wurde. Doch passiert ist seitdem Nichts. Und auch schon vor dem Bildungsstreik zeigten unzählige empirische Studien die Unstudierbarkeit der Bachelor auf (erhöhte Abbruchquoten, massiv auftretende Burn-Out-Syndrome etc.). Warme Worte ohne danach konsequent zu handeln nehmen keinen Prüfungsdruck, helfen nicht dabei, den überfrachteten Stundenplan zu verkleinern, sichern einem keinen Master-Studienplatz und geben einem nicht mehr Wahlfreiheit. Nicht Ungeduld, sondern die langsam zu Ende gehende Geduld der Studierenden mit den Entscheidungsträger_innen kennzeichnen die derzeitigen Proteste. Denn: Auf die Schulter klopfen können wir uns selber.
Weitaus skandalöser ist die Einschätzung Wintermantels, dass der Vorwurf der Entdemokratisierung an den Unis „barer Unfug“ sei. Wir Hamburger Studierenden möchten Frau Wintermantel fragen: Ist es barer Unfug, dass unter Wissenschaftssenator Jörg Dräger die universitäre Mitbestimmung in Gremien vielfach eingestampft wurde? Ist es barer Unfug, dass an vielen Hochschulen ein Hochschulrat ohne jegliche demokratische Legitimation existiert, der die „Strategische Steuerung“ der Hochschulen zur Aufgabe hat? Ist es barer Unfug, dass das aktuelle Verfahren zur Uni-Präsidenten-Findung in Hamburg intransparent und nicht-öffentlich ist und es noch nicht mal eine wirkliche Wahl war (u.a. weil es keine Auswahl gab)? Ist die Erprobungsklausel im Berliner Hochschulgesetz, die dort dem FU-Präsidium unter Dieter Lenzen erlaubte Entscheidungsprozesse über den Akademischen Senat hinweg durchzuziehen „barer Unfug“ ?
Wir hoffen, dass mit diesen Fragen klar wird, dass Frau Wintermantel in keinster Weise die Realitäten an deutschen Hochschulen wahrnimmt. Das liegt daran, dass Frau Wintermantel und die HRK diese Strukturen selbst (mit-)erschaffen bzw. eingefordert haben. Denn die HRK ist nicht die Stimme der Universitäten, sondern eine Lobbyorganisation der Uni-Leitungen. Seit Jahren arbeitet diese Organisation mit der Bertelsmann Stiftung im Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) zusammen. Die Ziele: Die Akzeptanz der Studiengebühren erhöhen; Hochschulen zu Unternehmen umtransformieren (inklusiver mächtiger Führungsebenen) sowie den Wettbewerb zwischen Unis anheizen. Kein Wunder also, dass sich Frau Wintermantel nur das aus den Forderungen der Studierenden rauspickt, was ihr und ihrer Organisation nicht schadet. Die Forderungen der Studierenden sind aber kein IKEA-Katalog, aus dem man sich das angenehmste aussucht: eine radikale BA-MA-Reform beispielsweise ist nicht zu trennen von der Notwendigkeit nach Gebührenfreiheit sowie den Forderungen nach demokratischen Strukturen!
Zuletzt noch einige Anmerkungen zu Dieter Lenzen. Jener Kandidat (wir halten ihn nicht für den Präsidenten) gibt derzeit in jedes Mikrophon, was man ihm vor die Nase hält, ein Interview. Das soll seine Akzeptanz in der Öffentlichkeit sowie an der Uni erhöhen. Wenn Herr Lenzen so gerne redet, dann wird er doch auch gerne mal öffentlich an der Uni über seine Ideen sprechen können und sich der Diskussion mit den Studierenden stellen. Wir laden Dieter Lenzen deswegen hiermit ins besetzte Audimax ein und sind sicher, dass wir die besseren Argumente auf unserer Seite haben.
Labels:
Hamburg brennt,
Lenzen,
Unsere Uni
Montag, 23. November 2009
Größte Vollversammlung seit Jahren an der Uni Hamburg beschließt Resolution
PRESSEMITTEILUNG (23.11.2009)
Bei der größten uniweiten, studentischen Vollversammlung seit Jahren kamen heute etwa 2000 Studierende im besetzten Audimax der Uni Hamburg zusammen. Auf der Tagesordnung stand das weitere Vorgehen bezüglich der Präsidenten-“Wahl“ an der Uni. Es wurde nahezu einstimmig eine Resolution verabschiedet, die sich auf das Leitbild der Universität stützt und unter anderem folgende Punkte enthält (gesamte Resolution siehe unten):
Die Mitglieder des Akademischen Senats werden aufgefordert, sofort eine juristische Prüfung des angewendeten und offenkundig regelverletzenden „Wahl“-Verfahrens mit dem Ziel zu veranlassen, einen Neubeginn der Leitungs-Findung zu ermöglichen.
Dieter Lenzen wird aufgefordert, sich der Kritik in öffentlicher Diskussion zu stellen.
Die Resolution wurde nach der Vollversammlung, bei der auch die sehr erfolgversprechende Kampagne für Gebührenfreiheit vorgestellt wurde (www.gebuehrenfreiheit.de), dem Vize-Präsidenten der Uni, Herrn Fischer, verlesen und überreicht.
Das enorme Interesse der Studierenden an der Vollversammlung zeigt, dass die unbedingte Notwendigkeit von demokratischen Entscheidungsstrukturen an der Uni von einer sehr großen Masse der Studierenden geteilt wird. Auch beweist der heutige Tag, dass die Präsidenten-“Wahl“ für uns keine abgeschlossene Sache ist, sondern wir das Verfahren sowie den Kandidaten Lenzen weiterhin für inakzeptabel halten. Sicher ist: Wir werden noch einiges auf die Beine stellen.
Übrigens wurde heute auch die TU Hamburg-Harburg besetzt sowie aus Protest gegenüber der Präsidenten-“Wahl“ das Gebäude der Ex-HWP.
Bei der größten uniweiten, studentischen Vollversammlung seit Jahren kamen heute etwa 2000 Studierende im besetzten Audimax der Uni Hamburg zusammen. Auf der Tagesordnung stand das weitere Vorgehen bezüglich der Präsidenten-“Wahl“ an der Uni. Es wurde nahezu einstimmig eine Resolution verabschiedet, die sich auf das Leitbild der Universität stützt und unter anderem folgende Punkte enthält (gesamte Resolution siehe unten):
Die Mitglieder des Akademischen Senats werden aufgefordert, sofort eine juristische Prüfung des angewendeten und offenkundig regelverletzenden „Wahl“-Verfahrens mit dem Ziel zu veranlassen, einen Neubeginn der Leitungs-Findung zu ermöglichen.
Dieter Lenzen wird aufgefordert, sich der Kritik in öffentlicher Diskussion zu stellen.
Die Resolution wurde nach der Vollversammlung, bei der auch die sehr erfolgversprechende Kampagne für Gebührenfreiheit vorgestellt wurde (www.gebuehrenfreiheit.de), dem Vize-Präsidenten der Uni, Herrn Fischer, verlesen und überreicht.
Das enorme Interesse der Studierenden an der Vollversammlung zeigt, dass die unbedingte Notwendigkeit von demokratischen Entscheidungsstrukturen an der Uni von einer sehr großen Masse der Studierenden geteilt wird. Auch beweist der heutige Tag, dass die Präsidenten-“Wahl“ für uns keine abgeschlossene Sache ist, sondern wir das Verfahren sowie den Kandidaten Lenzen weiterhin für inakzeptabel halten. Sicher ist: Wir werden noch einiges auf die Beine stellen.
Übrigens wurde heute auch die TU Hamburg-Harburg besetzt sowie aus Protest gegenüber der Präsidenten-“Wahl“ das Gebäude der Ex-HWP.
Wider die bockige Durchsetzung eines unmöglichen Uni-Präsidenten
Resolution der studentischen Vollversammlung vom 23. 11. 2009
Anstatt aus dem Scheitern einer exklusiv gekürten, wirtschaftsnahen und autoritären Präsidentin zu lernen, haben Hochschulrat und Akademischer Senat nun diese Tragödie als Farce wiederholt. Hektisch durchgedrückt wurde gegen massiven und begründeten öffentlichen Widerstand Dieter Lenzen, der als Präsident der FU-Berlin unrühmliche Bekanntheit erlangte mit
einer strengen Zurichtung der Universität auf wirtschaftsnahe „Wissenschaftscluster“,
der dazugehörigen Abwicklung gesellschaftskritischer und allgemeinbildender Forschungs- und Studienanteile und
der Missachtung demokratischer Gremien, Mitbestimmung sowie studentischer Kritik.
Seine Benennung konnte nur durch ein verschärft antidemokratisches Auswahl- und Entscheidungsverfahren sowie erpresserische Forderungen des Kandidaten gelingen. Hätten sich die beteiligten Organe der Universität an die vorgeschlagenen Alternativen zur Öffnung, Veröffentlichung und Diskussion des Verfahrens und des bzw. der KandidatInnen gehalten, wäre die Kür eines Wesensverwandten von Monika Auweter-Kurtz unmöglich gewesen. Um aber den Wunschkandidaten von Hochschulrat und Hamburger Senat durchzusetzen, wurden selbst Mindeststandards von Gremiendemokratie und Berufungsverfahren verletzt.
Dieter Lenzen ist – selbst im betörendsten Schafskostüm – als Hochschulpräsident weder geeignet noch erwünscht.
Die Entscheidung ist daher inakzeptabel. Die studentische Vollversammlung fordert die sofortige Revision. Eine künftige Universitätsleitung muß:
im Einklang mit der Präambel der Grundordnung und dem Leitbild der Universität für sozial verantwortliche Wissenschaft und Bildung mündiger Menschen für eine friedliche, demokratische und gerechte Gesellschaft eintreten,
die Einheit von Forschung, Lehre, Studium und Selbstverwaltung vertreten,
den kooperativen Zusammenhang der Universität und die Fächervielfalt fördern,
in diesem Verständnis für eine bedarfsgerechte, öffentliche Hochschulfinanzierung und demokratische Mittelverteilung einstehen, anstatt die inhaltliche Einflussnahme privater Geldgeber und die konkurrenzverschärfende Drittmittelorientierung zu befördern,
die sofortige Abschaffung aller Studiengebühren befürworten und sich aktiv dafür einsetzen,
sich den Positionen und Beschlüssen der akademischen Gremien verpflichtet sehen und die gleichberechtigte Verständigung mit allen Statusgruppen und ihren Interessenvertretungen suchen.
Eine neue Leitungs-Findung muß die demokratische Wahl solcher KandidatInnen ermöglichen.
Die Vollversammlung ruft alle Mitglieder der Universität auf, die Aktivitäten für ein gebührenfreies Studium, eine umfassende Studienreform „von unten“ und die Demokratisierung der Uni, insbesondere für die Abschaffung des Hochschulrats sowie für gesellschaftskritische Wissenschaftsinhalte zu intensivieren.
Der Akademische Senat und das derzeitige Präsidium sollen hinkünftig durch Sitzungsbesuche von der kritischen Hochschulöffentlichkeit ihrer Verantwortung für eine sozial vernünftige, kollegiale und demokratische Umgestaltung des universitären Alltags nachdrücklich erinnert werden.
Der AStA wird aufgefordert, sich seiner Verantwortung im Studierendenparlament in öffentlicher Diskussion zu stellen, zu der hochschulöffentlich einzuladen ist.
Die Mitglieder des Akademischen Senats werden aufgefordert, sofort eine juristische Prüfung des stattgehabten und offenkundig regelverletzenden „Wahl“-Verfahrens mit dem Ziel zu veranlassen, einen Neubeginn der Leitungs-Findung zu ermöglichen.
Dieter Lenzen wird aufgefordert, sich der Kritik in öffentlicher Diskussion zu stellen.
Wir fordern alle öffentlichen Kritiker des Verfahrens und des Kandidaten - auch außerhalb der Universität - auf, sich nicht nur populär zu äußern, sondern ihrer Kritik auch Taten folgen zu lassen und sich mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln für unsere Positionen einzusetzen.
Anstatt aus dem Scheitern einer exklusiv gekürten, wirtschaftsnahen und autoritären Präsidentin zu lernen, haben Hochschulrat und Akademischer Senat nun diese Tragödie als Farce wiederholt. Hektisch durchgedrückt wurde gegen massiven und begründeten öffentlichen Widerstand Dieter Lenzen, der als Präsident der FU-Berlin unrühmliche Bekanntheit erlangte mit
einer strengen Zurichtung der Universität auf wirtschaftsnahe „Wissenschaftscluster“,
der dazugehörigen Abwicklung gesellschaftskritischer und allgemeinbildender Forschungs- und Studienanteile und
der Missachtung demokratischer Gremien, Mitbestimmung sowie studentischer Kritik.
Seine Benennung konnte nur durch ein verschärft antidemokratisches Auswahl- und Entscheidungsverfahren sowie erpresserische Forderungen des Kandidaten gelingen. Hätten sich die beteiligten Organe der Universität an die vorgeschlagenen Alternativen zur Öffnung, Veröffentlichung und Diskussion des Verfahrens und des bzw. der KandidatInnen gehalten, wäre die Kür eines Wesensverwandten von Monika Auweter-Kurtz unmöglich gewesen. Um aber den Wunschkandidaten von Hochschulrat und Hamburger Senat durchzusetzen, wurden selbst Mindeststandards von Gremiendemokratie und Berufungsverfahren verletzt.
Dieter Lenzen ist – selbst im betörendsten Schafskostüm – als Hochschulpräsident weder geeignet noch erwünscht.
Die Entscheidung ist daher inakzeptabel. Die studentische Vollversammlung fordert die sofortige Revision. Eine künftige Universitätsleitung muß:
im Einklang mit der Präambel der Grundordnung und dem Leitbild der Universität für sozial verantwortliche Wissenschaft und Bildung mündiger Menschen für eine friedliche, demokratische und gerechte Gesellschaft eintreten,
die Einheit von Forschung, Lehre, Studium und Selbstverwaltung vertreten,
den kooperativen Zusammenhang der Universität und die Fächervielfalt fördern,
in diesem Verständnis für eine bedarfsgerechte, öffentliche Hochschulfinanzierung und demokratische Mittelverteilung einstehen, anstatt die inhaltliche Einflussnahme privater Geldgeber und die konkurrenzverschärfende Drittmittelorientierung zu befördern,
die sofortige Abschaffung aller Studiengebühren befürworten und sich aktiv dafür einsetzen,
sich den Positionen und Beschlüssen der akademischen Gremien verpflichtet sehen und die gleichberechtigte Verständigung mit allen Statusgruppen und ihren Interessenvertretungen suchen.
Eine neue Leitungs-Findung muß die demokratische Wahl solcher KandidatInnen ermöglichen.
Die Vollversammlung ruft alle Mitglieder der Universität auf, die Aktivitäten für ein gebührenfreies Studium, eine umfassende Studienreform „von unten“ und die Demokratisierung der Uni, insbesondere für die Abschaffung des Hochschulrats sowie für gesellschaftskritische Wissenschaftsinhalte zu intensivieren.
Der Akademische Senat und das derzeitige Präsidium sollen hinkünftig durch Sitzungsbesuche von der kritischen Hochschulöffentlichkeit ihrer Verantwortung für eine sozial vernünftige, kollegiale und demokratische Umgestaltung des universitären Alltags nachdrücklich erinnert werden.
Der AStA wird aufgefordert, sich seiner Verantwortung im Studierendenparlament in öffentlicher Diskussion zu stellen, zu der hochschulöffentlich einzuladen ist.
Die Mitglieder des Akademischen Senats werden aufgefordert, sofort eine juristische Prüfung des stattgehabten und offenkundig regelverletzenden „Wahl“-Verfahrens mit dem Ziel zu veranlassen, einen Neubeginn der Leitungs-Findung zu ermöglichen.
Dieter Lenzen wird aufgefordert, sich der Kritik in öffentlicher Diskussion zu stellen.
Wir fordern alle öffentlichen Kritiker des Verfahrens und des Kandidaten - auch außerhalb der Universität - auf, sich nicht nur populär zu äußern, sondern ihrer Kritik auch Taten folgen zu lassen und sich mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln für unsere Positionen einzusetzen.
Labels:
Hamburg,
Hamburg brennt,
Lenzen,
Uni Hamburg
Bemerkungen zur Ökonomisierung der Wissenschaft?
Eine interessante Abschiedsrede aus dem Jahre 2007 über Ökonomisierung und Lenzen von Bodo Zeuner, Emeritus am Otto-Suhr-Institut an der FU Berlin.
"Eine Universität, die sich als Gemeinwesen versteht, wird sich einem öffentlichen Auftrag verpflichtet fühlen und sich über den Inhalt des öffentlichen Auftrags intern streiten. Eine Universität nach dem Modell des Privatunternehmens wird sich umdefinieren zur Unterordnung all ihrer Tätigkeiten unter das oberste Prinzip, auf dem Markt erfolgreich zu sein. Dieses Modell der unternehmerischen Universität nimmt vollständig Abschied von der Idee und der Tradition der Universität nicht nur als Gruppenuniversität sondern überhaupt als Gemeinwesen.
Gibt es Hoffnung, dass die „unternehmerische Universität“ nicht das Ende der Universitätsgeschichte ist?"
Link zum Text auf nachdenken.de.
"Eine Universität, die sich als Gemeinwesen versteht, wird sich einem öffentlichen Auftrag verpflichtet fühlen und sich über den Inhalt des öffentlichen Auftrags intern streiten. Eine Universität nach dem Modell des Privatunternehmens wird sich umdefinieren zur Unterordnung all ihrer Tätigkeiten unter das oberste Prinzip, auf dem Markt erfolgreich zu sein. Dieses Modell der unternehmerischen Universität nimmt vollständig Abschied von der Idee und der Tradition der Universität nicht nur als Gruppenuniversität sondern überhaupt als Gemeinwesen.
Gibt es Hoffnung, dass die „unternehmerische Universität“ nicht das Ende der Universitätsgeschichte ist?"
Link zum Text auf nachdenken.de.
Sonntag, 22. November 2009
Woche der Demokratie (07.12-11.12.09)
Die letzten Tage an der Uni Hamburg waren ein Paradebeispiel für die katastrophalen Zustände in unserer Gesellschaft. Was bedeutet Demokratie und kann mensch bei solchen Vorfallen noch von demokratischen Strukturen sprechen? Da es im Hochschulrat und dem Akademischen Senat eine kritisch zu betrachtende Vorstellung von Demokratie gibt, möchten wir an unserer Universität eine breite Diskussion rund um das Thema Demokratie starten. Am Ende soll ein Reader, Videos, ... der UniLeitung und dem Kandidaten Herrn Lenzen übergeben werden. Auf dieser Grundlage hoffen wir, positive Veränderungen an der Universität herbeizuführen. Weitere Infos findet ihr auf www.woche-der-demokratie.de.
Audimax Event mit verschiedenen Bands am Montag
Nach der global week of action und der „Ernennung“ Dieter Lenzens zum Nachfolger von „Raketen-Moni“ starten wir mit musikalischer Unterstützung in eine neue Woche des Widerstands.
Ab 12h DJ_anes: Hip Hop, Reggae, Dancehall, Soul, Elektro, Ethno
Daneben wird es Trommler, Jongleure, Akrobaten und gute, politisch aktive Stimmung geben.
Ab 17h Bands: Liedfett, Bambi, Goodbye Jersey, Le Fly, Lobster Society
Im Lauf des Tages werden verschiedene Redner in kurzen Beiträgen zu den Forderungen der Proteste sprechen und über die Situation der Proteste berichten.
Themen werden dabei unter anderem sein:
Ab 18h: offenes Plenum der Besetzenden (eventuell)
Ab 12h DJ_anes: Hip Hop, Reggae, Dancehall, Soul, Elektro, Ethno
Daneben wird es Trommler, Jongleure, Akrobaten und gute, politisch aktive Stimmung geben.
Ab 17h Bands: Liedfett, Bambi, Goodbye Jersey, Le Fly, Lobster Society
Im Lauf des Tages werden verschiedene Redner in kurzen Beiträgen zu den Forderungen der Proteste sprechen und über die Situation der Proteste berichten.
Themen werden dabei unter anderem sein:
- Die fabelhafte Welt der neoliberalen Bildung
- Das weitere Vorgehen gegen Dieter Lenzen
- Demokratisierungsansätze für das Präsidentenfindungsverfahren
- Entwicklungen in der Hochschulpolitik ab 2002
- Situation in Österreich, konkrete Probleme, Solidarität
- Berichte von den Besetzungen und Protesten aus anderen Unis
Ab 18h: offenes Plenum der Besetzenden (eventuell)
Samstag, 21. November 2009
Mitschnitte + Materialien
Die Tonaufnahme der kompletten Sitzung findet sich zum Download auf Rapidshare...
UPDATE:
... und auf einem Uni-Server.
Außerdem gibt es Mitschnitte aus der Debatte von gestern Nachmittag/Abend bei Youtube zur Dokumentation:
01 - Einsetzung von Dieter Lenzen - Prof. Schnapp verliest die Presseerklärung des AS
02 - Einsetzung von Dieter Lenzen - Prof. Schnapp
03 - Einsetzung von Dieter Lenzen - B. Gildemeister (Juso HSG) zu seinem Abstimmungsverhalten
04 - Einsetzung von Dieter Lenzen - Ausschnitt aus der Debatte
UPDATE:
... und auf einem Uni-Server.
Außerdem gibt es Mitschnitte aus der Debatte von gestern Nachmittag/Abend bei Youtube zur Dokumentation:
01 - Einsetzung von Dieter Lenzen - Prof. Schnapp verliest die Presseerklärung des AS
02 - Einsetzung von Dieter Lenzen - Prof. Schnapp
03 - Einsetzung von Dieter Lenzen - B. Gildemeister (Juso HSG) zu seinem Abstimmungsverhalten
04 - Einsetzung von Dieter Lenzen - Ausschnitt aus der Debatte
Labels:
dokumentation,
mitschnitt,
youtube
Freitag, 20. November 2009
Pressemitteilung vom 20.11.2009
Hochschulrat und AS ziehen Hau-Ruck-Verfahren durch – Uni Hamburg wird mit Dieter Lenzen nicht glücklich werden
(Hamburg 20.11.2009)
Heute hat der Akademische Senat (AS) der Uni Hamburg Dieter Lenzen als Präsident bestätigt. Alleine der kurzfristig anberaumte Sitzungsort im stark gesicherten DESY in Bahrenfeld spricht Bände – das gesamte Verfahren war nicht auf Demokratie und Transparenz ausgelegt und schließt die Hochschulöffentlichkeit komplett aus. Ein Universitäts-Präsident sollte aber die gesamte Uni vertreten und sich auch dieser vorstellen. Nichts dergleichen ist geschehen, obwohl am Donnerstag mehr als 1.000 Studierende zumindest eine öffentliche Vorstellung verlangten. Viele Studierende und Mitarbeiter_innen der Universität sowie die Besetzer_innen des Audimaxes halten die Bestätigung Lenzens deswegen für falsch – genauso falsch wie das Verfahren oder den Kandidaten Lenzen.
Lenzen selbst gab sich bei seiner Rede vor dem AS gönnerisch: Sinngemäß ließ er verlauten, wenn er mit großer Zustimmung gewählt werde, werde er es machen. Das grenzt an Erpressung. Ganz entschieden wollen wir nochmals die perfide Taktik der Findungskommission unter Leitung Albrecht Wagners kritisieren: Die Streichung von Kandidat_innen von der Shortlist, bevor sich diese vorstellen konnten, verengte jeglichen Handlungsspielraum und setzte alle am Entscheidungsprozess beteiligten unter Druck. Die Logik dahinter ist: Wer diesen, einzigen Kandidaten ablehne, schade der Uni (Friss-oder Stirb-Taktik). Mit dieser banalen Totschlagargumentation wäre jede_r Kandidat_in in diesem „Wahlverfahren“ durchzudrücken gewesen. Von einer Wahl kann man hier jedoch nicht sprechen, denn Wahlen haben immer auch etwas mit Auswahl und Transparenz zu tun. Bekräftigen möchten wir an dieser Stelle auch, dass wir das Gremium Hoschschulrat wegen seiner fehlenden demokratischen Legitimation grundsätzlich ablehnen.
Nach der Bestätigung kamen einige AS-Mitglieder in das besetzte Audimax, verlasen die offizielle Presseerklärung der Uni – die in keiner Silbe den Unmut vieler Uni-Mitglieder über Verfahren oder den Kandidaten erwähnt – und stellten sich den Fragen der Studierenden. Dabei wurde deutlich: Einige AS-Mitglieder haben erhebliche Bedenken mit dem Verfahren gehabt, was sich jedoch nicht in öffentlicher Kritik ausdrückte. Wir halten eine solche Haltung einer „Wahl“ gegenüber für fatal – denn im Nachhinein lässt sich vieles kritisieren, jedoch nicht sofort revidieren. Das AS-Mitglied Prof. Schnapp trug vor, dass die hastige, heutige Ansetzung der AS-Sitzung auch auf die unübersichtlichen Zustände am Donnerstag vor dem Mineralogischen Museum zurück zu führen sei. Dies ist eine fadenscheinige Argumentation, denn hätte es am Donnerstag keinen Protest gegen das Verfahren/den Kandidaten gegeben, wäre Lenzen schon an jenem Tag gewählt und bestätigt worden. Die Aussage lenkt davon ab, dass man sich bewusst nicht an das eigene Verfahren gehalten hat, welches eine Zeitspanne zwischen Wahl des Hochschulrates und Bestätigung des AS vorsieht.
Einige AS-Mitglieder berichteten, dass Dieter Lenzen sie unter anderem deswegen überzeugt habe, weil er behauptete sich für ein demokratisches Hochschulgesetz sowie integrative Strukturen (Was bedeutet das?) an der Uni einzusetzen. In diesem sowie bei anderen kontroversen Punkten bezweifeln wir, dass sich etliche AS-Mitglieder überhaupt gewissenhaft über die Person Lenzen informiert haben. Ein Anruf bei den AS-Mitgliedern der FU Berlin hätte ausgereicht, um zu erfahren, dass diese kontinuierlich nur mit der Androhung der Einschaltung des dortigen Verwaltungsgerichts ihre demokratischen Rechte ausüben können. Das dortige FU-Präsidium unter Dieter Lenzen agiert in Berlin alles andere als „integrativ“. Vielmehr macht Lenzen von der Notstandsgesetz-ähnlichen Erprobungsklausel im Berliner Hochschulgesetz regen Gebrauch – die akademische Selbstverwaltung leidet massiv darunter.
Wir werden unseren Unmut über diese Entscheidung in Energie umwandeln und dafür sorgen, dass Dieter Lenzen hier nicht lange bleiben wird. Besser wäre, wenn er die Wahl gar nicht erst annimmt. Ebenfalls wünschen wir unseren Kommiliton_innen an der FU Berlin, dass er sich auch dort verabschiedet. Keine Uni braucht Dieter Lenzen!
In Hamburg werden nun verschiedene Strategien diskutiert. Sicher ist: Lenzen ist nicht unser Präsident, weshalb wir in Zukunft nur vom „Kandidaten Lenzen“ reden werden.
Pressekontakt:
hamburgbrennt@gmx.de
0175- 81 323 63
(Hamburg 20.11.2009)
Heute hat der Akademische Senat (AS) der Uni Hamburg Dieter Lenzen als Präsident bestätigt. Alleine der kurzfristig anberaumte Sitzungsort im stark gesicherten DESY in Bahrenfeld spricht Bände – das gesamte Verfahren war nicht auf Demokratie und Transparenz ausgelegt und schließt die Hochschulöffentlichkeit komplett aus. Ein Universitäts-Präsident sollte aber die gesamte Uni vertreten und sich auch dieser vorstellen. Nichts dergleichen ist geschehen, obwohl am Donnerstag mehr als 1.000 Studierende zumindest eine öffentliche Vorstellung verlangten. Viele Studierende und Mitarbeiter_innen der Universität sowie die Besetzer_innen des Audimaxes halten die Bestätigung Lenzens deswegen für falsch – genauso falsch wie das Verfahren oder den Kandidaten Lenzen.
Lenzen selbst gab sich bei seiner Rede vor dem AS gönnerisch: Sinngemäß ließ er verlauten, wenn er mit großer Zustimmung gewählt werde, werde er es machen. Das grenzt an Erpressung. Ganz entschieden wollen wir nochmals die perfide Taktik der Findungskommission unter Leitung Albrecht Wagners kritisieren: Die Streichung von Kandidat_innen von der Shortlist, bevor sich diese vorstellen konnten, verengte jeglichen Handlungsspielraum und setzte alle am Entscheidungsprozess beteiligten unter Druck. Die Logik dahinter ist: Wer diesen, einzigen Kandidaten ablehne, schade der Uni (Friss-oder Stirb-Taktik). Mit dieser banalen Totschlagargumentation wäre jede_r Kandidat_in in diesem „Wahlverfahren“ durchzudrücken gewesen. Von einer Wahl kann man hier jedoch nicht sprechen, denn Wahlen haben immer auch etwas mit Auswahl und Transparenz zu tun. Bekräftigen möchten wir an dieser Stelle auch, dass wir das Gremium Hoschschulrat wegen seiner fehlenden demokratischen Legitimation grundsätzlich ablehnen.
Nach der Bestätigung kamen einige AS-Mitglieder in das besetzte Audimax, verlasen die offizielle Presseerklärung der Uni – die in keiner Silbe den Unmut vieler Uni-Mitglieder über Verfahren oder den Kandidaten erwähnt – und stellten sich den Fragen der Studierenden. Dabei wurde deutlich: Einige AS-Mitglieder haben erhebliche Bedenken mit dem Verfahren gehabt, was sich jedoch nicht in öffentlicher Kritik ausdrückte. Wir halten eine solche Haltung einer „Wahl“ gegenüber für fatal – denn im Nachhinein lässt sich vieles kritisieren, jedoch nicht sofort revidieren. Das AS-Mitglied Prof. Schnapp trug vor, dass die hastige, heutige Ansetzung der AS-Sitzung auch auf die unübersichtlichen Zustände am Donnerstag vor dem Mineralogischen Museum zurück zu führen sei. Dies ist eine fadenscheinige Argumentation, denn hätte es am Donnerstag keinen Protest gegen das Verfahren/den Kandidaten gegeben, wäre Lenzen schon an jenem Tag gewählt und bestätigt worden. Die Aussage lenkt davon ab, dass man sich bewusst nicht an das eigene Verfahren gehalten hat, welches eine Zeitspanne zwischen Wahl des Hochschulrates und Bestätigung des AS vorsieht.
Einige AS-Mitglieder berichteten, dass Dieter Lenzen sie unter anderem deswegen überzeugt habe, weil er behauptete sich für ein demokratisches Hochschulgesetz sowie integrative Strukturen (Was bedeutet das?) an der Uni einzusetzen. In diesem sowie bei anderen kontroversen Punkten bezweifeln wir, dass sich etliche AS-Mitglieder überhaupt gewissenhaft über die Person Lenzen informiert haben. Ein Anruf bei den AS-Mitgliedern der FU Berlin hätte ausgereicht, um zu erfahren, dass diese kontinuierlich nur mit der Androhung der Einschaltung des dortigen Verwaltungsgerichts ihre demokratischen Rechte ausüben können. Das dortige FU-Präsidium unter Dieter Lenzen agiert in Berlin alles andere als „integrativ“. Vielmehr macht Lenzen von der Notstandsgesetz-ähnlichen Erprobungsklausel im Berliner Hochschulgesetz regen Gebrauch – die akademische Selbstverwaltung leidet massiv darunter.
Wir werden unseren Unmut über diese Entscheidung in Energie umwandeln und dafür sorgen, dass Dieter Lenzen hier nicht lange bleiben wird. Besser wäre, wenn er die Wahl gar nicht erst annimmt. Ebenfalls wünschen wir unseren Kommiliton_innen an der FU Berlin, dass er sich auch dort verabschiedet. Keine Uni braucht Dieter Lenzen!
In Hamburg werden nun verschiedene Strategien diskutiert. Sicher ist: Lenzen ist nicht unser Präsident, weshalb wir in Zukunft nur vom „Kandidaten Lenzen“ reden werden.
Pressekontakt:
hamburgbrennt@gmx.de
0175- 81 323 63
This is history in the making
Die Beschreibung der Lenzen-Anhörung am 19.11.09 aus Sicht einer Teilnehmerin:
Heute sollten der AS und der HS eine öffentliche Sitzung mit diversen Tagesordnungspunkten abhalten, an der Studenten sich beteiligen konnten. Diese Sitzung musste wegen zu kleiner Räumlichkeiten zweimal verlegt werden und wurde letztlich im Audimax abgehalten und etwa 1000 Studierende haben sich dort eingetroffen. Zu Anfang hatten wir, die Studierenden, die Möglichkeit Herrn Prof. Albrecht Wagner (seines Zeichens Vorsitzender des Hochschulrats) Fragen zu stellen. Nachdem die Studierenden auf viele Fragen der Kommilitonen mit Applaus reagiert haben, hat der AS/ HS die Sitzung nach Abstimmung abgebrochen. KEINEM war nach diesem Abbruch klar, wie es jetzt weitergeht. Weder die Studierenden wurden über das weitere Vorgehen informiert noch vereinzelte Mitglieder des AS. Nachdem wir also rausgefunden hatten, dass der HS/AS im Mineralogischen Museum „tagt“, haben sich dort über 500 Studis zusammengefunden und ihren Protest fortgeführt. Sie haben die Teilnahme an dem Zusammenkommen des AS/ HS gefordert. Nach einer langwierigen verbalen Auseinandersetzung mit den Mitgliedern des HS/ AS haben sie uns freundlicherweise gestattet, dass die studentischen Mitglieder des AS an der „Sitzung“ teilnehmen plus 4 weitere Studenten.
Ich bin also da in dieses Museum gegangen, habe mich gesetzt und frage mich also, weshalb wir denn jetzt nicht mit dem Plenum anfangen. Es stellt sich heraus, dass Herr Siegfried Stiehl Vizepräsident für Forschung und Internationales, nicht anfangen möchte solange Glastür nicht geschlossen ist, da ihm kalt sei. Es stehen also etwa 500 Studis draußen und Herr Stiehl hat Angst sich zu erkälten. Zitat Stiehl: „Wir sind hier in einem Raum, die anderen Studenten dürfen hier nicht rein, wir möchten doch die Rechtsstaatlichkeit hier einhalten“. Ich: „Herr Stiehl, wir könnten doch schon lange anfangen, wir haben uns an die Abmachungen gehalten, jetzt sind Sie am Zug“ „Wir fangen nicht an, solange die [acht Leute hinter Gittern] hier stehen“. So wurde das Plenum beinahe abgesagt, wenn wir Studis nach etwa einer halben Stunde nicht die Chance verpasst hätten das Museum aufzuschließen und mit mehreren Leuten dort einzutreten, während der AS/HS in einem anderen Raum ohne uns über den weiteren Verlauf abgestimmt hat.
Währenddessen habe ich mich doch tatsächlich mit dem Headhunter, der Lenzen ins Boot geholt hat, Lenzen selbst war nicht anwesend, unterhalten. Tatsächlich hat er sich, der noch nicht einmal wusste was Stine überhaupt ist und wie viele Studenten an der UHH studieren, für eine Uni als Unternehmen ausgesprochen, mit einer starken Führungskraft. Ihm klar zu machen, dass die Uni kein Unternehmen ist, war gar nicht leicht, ist hier aber auch nicht weiter relevant (von dem Gespräch erzähle ich nur, um nochmals deutlich zu machen, wie die Uni und mit was für Menschen sie überhaupt agiert, die den Präsidenten bestimmen wollen).
Nach einer weiteren halben Stunde in etwa hat jedenfalls so viel „Recht und Ordnung“ geherrscht (um beim Vokabular von Herrn Stiehl zu bleiben), so dass wir mit dem Plenum anfangen konnten.
Heute sollten der AS und der HS eine öffentliche Sitzung mit diversen Tagesordnungspunkten abhalten, an der Studenten sich beteiligen konnten. Diese Sitzung musste wegen zu kleiner Räumlichkeiten zweimal verlegt werden und wurde letztlich im Audimax abgehalten und etwa 1000 Studierende haben sich dort eingetroffen. Zu Anfang hatten wir, die Studierenden, die Möglichkeit Herrn Prof. Albrecht Wagner (seines Zeichens Vorsitzender des Hochschulrats) Fragen zu stellen. Nachdem die Studierenden auf viele Fragen der Kommilitonen mit Applaus reagiert haben, hat der AS/ HS die Sitzung nach Abstimmung abgebrochen. KEINEM war nach diesem Abbruch klar, wie es jetzt weitergeht. Weder die Studierenden wurden über das weitere Vorgehen informiert noch vereinzelte Mitglieder des AS. Nachdem wir also rausgefunden hatten, dass der HS/AS im Mineralogischen Museum „tagt“, haben sich dort über 500 Studis zusammengefunden und ihren Protest fortgeführt. Sie haben die Teilnahme an dem Zusammenkommen des AS/ HS gefordert. Nach einer langwierigen verbalen Auseinandersetzung mit den Mitgliedern des HS/ AS haben sie uns freundlicherweise gestattet, dass die studentischen Mitglieder des AS an der „Sitzung“ teilnehmen plus 4 weitere Studenten.
Ich bin also da in dieses Museum gegangen, habe mich gesetzt und frage mich also, weshalb wir denn jetzt nicht mit dem Plenum anfangen. Es stellt sich heraus, dass Herr Siegfried Stiehl Vizepräsident für Forschung und Internationales, nicht anfangen möchte solange Glastür nicht geschlossen ist, da ihm kalt sei. Es stehen also etwa 500 Studis draußen und Herr Stiehl hat Angst sich zu erkälten. Zitat Stiehl: „Wir sind hier in einem Raum, die anderen Studenten dürfen hier nicht rein, wir möchten doch die Rechtsstaatlichkeit hier einhalten“. Ich: „Herr Stiehl, wir könnten doch schon lange anfangen, wir haben uns an die Abmachungen gehalten, jetzt sind Sie am Zug“ „Wir fangen nicht an, solange die [acht Leute hinter Gittern] hier stehen“. So wurde das Plenum beinahe abgesagt, wenn wir Studis nach etwa einer halben Stunde nicht die Chance verpasst hätten das Museum aufzuschließen und mit mehreren Leuten dort einzutreten, während der AS/HS in einem anderen Raum ohne uns über den weiteren Verlauf abgestimmt hat.
Währenddessen habe ich mich doch tatsächlich mit dem Headhunter, der Lenzen ins Boot geholt hat, Lenzen selbst war nicht anwesend, unterhalten. Tatsächlich hat er sich, der noch nicht einmal wusste was Stine überhaupt ist und wie viele Studenten an der UHH studieren, für eine Uni als Unternehmen ausgesprochen, mit einer starken Führungskraft. Ihm klar zu machen, dass die Uni kein Unternehmen ist, war gar nicht leicht, ist hier aber auch nicht weiter relevant (von dem Gespräch erzähle ich nur, um nochmals deutlich zu machen, wie die Uni und mit was für Menschen sie überhaupt agiert, die den Präsidenten bestimmen wollen).
Nach einer weiteren halben Stunde in etwa hat jedenfalls so viel „Recht und Ordnung“ geherrscht (um beim Vokabular von Herrn Stiehl zu bleiben), so dass wir mit dem Plenum anfangen konnten.
LENZEN KURZ VOR WAHL. SONDERPLENUM IM AUDIMAX!
Es verdichten sich die Informationen, dass Lenzen vor einer Mehrheit im Akademischen Senat steht und HEUTE gewählt und bestätigt wird.
Kommt alle ins Audimax! Verbreitet die Nachricht! Informiert euch auch auf Twitter (@hamburg_brennt). Weitere Infos folgen!
Kommt alle ins Audimax! Verbreitet die Nachricht! Informiert euch auch auf Twitter (@hamburg_brennt). Weitere Infos folgen!
Donnerstag, 19. November 2009
Lenzen nicht weg! (Infos vom Donnerstag)
Kurzinfo (Aktualisierung folgt):
+++ AKTUALISIERUNG FOLGT +++
- Akademischer Senat und Findungskommission tagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit, 4 Informanten der Besetzer_innen wurden zugelassen
- einzig verbliebener Kandidat Lenzen (Praesident FU Berlin) in der Sitzung nicht präsent
- fühlte sich „physisch bedroht“, stellte sich deswegen nicht vor
- ca. 1000 Personen trafen sich im Audimax, um Proteste vor zu bereiten
- Entscheidung zur Präsidentenwahl vertagt, unklar ob bis Morgen oder länger
- Reaktionen der Sitzungsteilnehmer bestätigen Wirksamkeit der Proteste
- Protest geht weiter – Vorgehen wird im Audimax beraten
- weiterer Zulauf erwartet
+++ AKTUALISIERUNG FOLGT +++
Labels:
Audimax,
FU Berlin,
Hamburg brennt,
Lenzen,
Unsere Uni
Akademischer Senat bricht Sitzung unter Protest von über 1000 Zuschauern ab
Pressemitteilung vom 19.11.09
Seit mittlerweile einer Woche aktiver und erfolgreicher Besetzung des Audimax besuchten heute weit über 1000 Studierende die öffentliche Sitzung des akademischen Senats.
In der Sitzung ging es unter anderem um die Findung eines neuen Präsidenten der Universität Hamburg.
Da das öffentliche Interesse die Kapazitäten des ursprünglichen Sitzungsortes bei weitem überschritt, musste die Sitzung ins besetzte Audimax verlegt werden, was bei den besetztenden Studierenden auf Anklang stieß.
Zu Beginn erklärte Herr Wagner, Vorsitzender der Findungskommission für den Unipräsidenten, das vorangegangene Verfahren, welches schon seit Beginn der Besetzung im Zentrum der Kritik stand. Danach zeigte er sich offen für Fragen der Studierenden, ließ jedoch mehrere davon unbeantwortet. Nach einer kurzen Pause wurde – trotz des lautstarken Protests der Anwesenden – das offizielle Ende der Sitzung vom Senat beschlossen. Die Sitzung wurde vertagt und der Senat entschied sich dazu, die Zuschauer über Ort und Zeitpunkt der nächsten Sitzung im Unklaren zu lassen. Die Mitglieder des Senats verließen danach zum Teil fluchtartig den Raum. Daraufhin wurden von den Studierenden weitere Proteste angekündigt.
Seit mittlerweile einer Woche aktiver und erfolgreicher Besetzung des Audimax besuchten heute weit über 1000 Studierende die öffentliche Sitzung des akademischen Senats.
In der Sitzung ging es unter anderem um die Findung eines neuen Präsidenten der Universität Hamburg.
Da das öffentliche Interesse die Kapazitäten des ursprünglichen Sitzungsortes bei weitem überschritt, musste die Sitzung ins besetzte Audimax verlegt werden, was bei den besetztenden Studierenden auf Anklang stieß.
Zu Beginn erklärte Herr Wagner, Vorsitzender der Findungskommission für den Unipräsidenten, das vorangegangene Verfahren, welches schon seit Beginn der Besetzung im Zentrum der Kritik stand. Danach zeigte er sich offen für Fragen der Studierenden, ließ jedoch mehrere davon unbeantwortet. Nach einer kurzen Pause wurde – trotz des lautstarken Protests der Anwesenden – das offizielle Ende der Sitzung vom Senat beschlossen. Die Sitzung wurde vertagt und der Senat entschied sich dazu, die Zuschauer über Ort und Zeitpunkt der nächsten Sitzung im Unklaren zu lassen. Die Mitglieder des Senats verließen danach zum Teil fluchtartig den Raum. Daraufhin wurden von den Studierenden weitere Proteste angekündigt.
Pressemitteilung zum Kinderkrebs-Benefizkonzert am 21.11.
Kinderkrebs-Benefizkonzert in besetztem Audimax
Besetzende wollen Veranstaltung zugunsten der Fördergemeinschaft Kinderkrebs-Zentrum Hamburg nicht behindern.
(Hamburg, den 19.11.09) Am Samstag, den 21.11.09 findet im besetztem Audimax der Uni Hamburg um 17 Uhr ein Benefizkonzert zugunsten der Fördergemeinschaft Kinderkrebs-Zentrum Hamburg statt.
Für die Besetzenden ist das Vorhaben sehr wichtig und unterstützenswert, weshalb wir uns ihm nicht in den Weg stellen wollen. Das Audimax wird in diesem Zeitraum zur Verfügung gestellt.
Dazu heißt es in der Pressemitteilung der Veranstalter: "Das Konzertprogramm umfasst Werke von Georg Friedrich Händel (aus der Feuerwerksmusik), von Felix Mendelssohn Bartholdy (Ouvertüre zu "Paulus") sowie von Giacomo Puccini und Edvard Grieg. Das im Herbst 1998 gegründete Hamburg-Orchester der Neuapostolischen Kirche spielt mit über 90 begabten und engagierten Musikern aus ganz Norddeutschland."
Die Besetzenden erklären sich solidarisch mit den Organisatoren des Benefizkonzertes, denen eine Rückzahlung der Mietgebühr für das Audimax mit der Begründung „höhere Gewalt“ verwehrt wurde.
Die Aktivisten fordern die Uni-Marketing GmbH zur sofortigen Erstattung der Mietgebühr auf, da wir eine solche finanzielle Belastung für ein gemeinnütziges Projekt strikt ablehnen.
"Es ist unfassbar, dass sich die Uni-Marketing GmbH über die im Voraus gezahlte Miete freut, aber nicht auf uns zugeht um den Verlauf der Veranstaltung zu gewährleisten. Mit uns wurde jedenfalls kein Kontakt aufgenommen.", sagt Christina F., Psychologie Studentin im 8. Semester.
Besetzende wollen Veranstaltung zugunsten der Fördergemeinschaft Kinderkrebs-Zentrum Hamburg nicht behindern.
(Hamburg, den 19.11.09) Am Samstag, den 21.11.09 findet im besetztem Audimax der Uni Hamburg um 17 Uhr ein Benefizkonzert zugunsten der Fördergemeinschaft Kinderkrebs-Zentrum Hamburg statt.
Für die Besetzenden ist das Vorhaben sehr wichtig und unterstützenswert, weshalb wir uns ihm nicht in den Weg stellen wollen. Das Audimax wird in diesem Zeitraum zur Verfügung gestellt.
Dazu heißt es in der Pressemitteilung der Veranstalter: "Das Konzertprogramm umfasst Werke von Georg Friedrich Händel (aus der Feuerwerksmusik), von Felix Mendelssohn Bartholdy (Ouvertüre zu "Paulus") sowie von Giacomo Puccini und Edvard Grieg. Das im Herbst 1998 gegründete Hamburg-Orchester der Neuapostolischen Kirche spielt mit über 90 begabten und engagierten Musikern aus ganz Norddeutschland."
Die Besetzenden erklären sich solidarisch mit den Organisatoren des Benefizkonzertes, denen eine Rückzahlung der Mietgebühr für das Audimax mit der Begründung „höhere Gewalt“ verwehrt wurde.
Die Aktivisten fordern die Uni-Marketing GmbH zur sofortigen Erstattung der Mietgebühr auf, da wir eine solche finanzielle Belastung für ein gemeinnütziges Projekt strikt ablehnen.
"Es ist unfassbar, dass sich die Uni-Marketing GmbH über die im Voraus gezahlte Miete freut, aber nicht auf uns zugeht um den Verlauf der Veranstaltung zu gewährleisten. Mit uns wurde jedenfalls kein Kontakt aufgenommen.", sagt Christina F., Psychologie Studentin im 8. Semester.
Mittwoch, 18. November 2009
Pressemitteilung zum Großplenum im Audimax zur Präsidiumswahl
Heute am 18. November beschloss ein großes Plenum Studierender im voll besetzten Audimax der Uni Hamburg, dass sie den Kandidaten für das Amt des Universitäts-Präsidenten Dieter Lenzen nicht akzeptieren werden.
„Dieter Lenzen“, so Janwillem van de Loo, Jurastudent, kurz nach der Versammlung, „steht gegen all jenes, wofür wir hier kämpfen: Gebührenfreiheit, soziale Öffnung der Bildungseinrichtungen, Unabhängigkeit von der Wirtschaft.“
An der FU Berlin betrieb Lenzen Elitenförderung und forderte „Exzellenz“. Universitäten betrachtet er als Unternehmen, deren „gesamtstrategische Steuerung“ in die Hände der Hochschulleitungen gebracht werden muss – Mitbestimmung? Fehlanzeige!
Die undemokratischen Verhältnisse an der Uni Hamburg standen bereits im vergangenen Sommer im Zentrum der Kritik der Protestierenden. Damals wurde die Absetzung der autoritäten Präsidentin Auweter-Kurtz und ein Stop des Einflusses von Unternehmen auf Forschung und Lehre gefordert. Lenzen, seines Zeichens Berater der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“, einem neoliberalen „think tank“ und Vorstand des Aktionsrat Bildung der bayrischen Wirtschaft, stellt keine Veränderung dieser Politik in Aussischt. Eine Politik, die sich nicht erst seit dem Sommer gesamtgesellschaftlich in einer tiefen Krise befindet.
Präsidentenwahl: Top Secret
Das Wahlverfahren nach dem der einzig bekannte Kandidat am morgigen Donnerstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit in der Villa der Unimarketing-GmbH durch den Hochschulrat ernannt werden soll, erinnert die Studierenden eher an eine Papstwahl als an einen demokratischen Akt.
Alle sind eingeladen gemeinsam die Sitzung des Akademischen Senats zu besuchen um dort ihrem Protest Ausdruck zu verleihen und öffentlich Stellung beziehen.
(Donnerstag, 13Uhr: Sitzung des Akademischen Senat, Edmund-Siemers-Allee 1, R.308)
###################
Zusatz Infos Lenzen:
praesidentenfindung.wachsender-widerstand.de
studis-online.de
zeit.de
„Dieter Lenzen“, so Janwillem van de Loo, Jurastudent, kurz nach der Versammlung, „steht gegen all jenes, wofür wir hier kämpfen: Gebührenfreiheit, soziale Öffnung der Bildungseinrichtungen, Unabhängigkeit von der Wirtschaft.“
An der FU Berlin betrieb Lenzen Elitenförderung und forderte „Exzellenz“. Universitäten betrachtet er als Unternehmen, deren „gesamtstrategische Steuerung“ in die Hände der Hochschulleitungen gebracht werden muss – Mitbestimmung? Fehlanzeige!
Die undemokratischen Verhältnisse an der Uni Hamburg standen bereits im vergangenen Sommer im Zentrum der Kritik der Protestierenden. Damals wurde die Absetzung der autoritäten Präsidentin Auweter-Kurtz und ein Stop des Einflusses von Unternehmen auf Forschung und Lehre gefordert. Lenzen, seines Zeichens Berater der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“, einem neoliberalen „think tank“ und Vorstand des Aktionsrat Bildung der bayrischen Wirtschaft, stellt keine Veränderung dieser Politik in Aussischt. Eine Politik, die sich nicht erst seit dem Sommer gesamtgesellschaftlich in einer tiefen Krise befindet.
Präsidentenwahl: Top Secret
Das Wahlverfahren nach dem der einzig bekannte Kandidat am morgigen Donnerstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit in der Villa der Unimarketing-GmbH durch den Hochschulrat ernannt werden soll, erinnert die Studierenden eher an eine Papstwahl als an einen demokratischen Akt.
Alle sind eingeladen gemeinsam die Sitzung des Akademischen Senats zu besuchen um dort ihrem Protest Ausdruck zu verleihen und öffentlich Stellung beziehen.
(Donnerstag, 13Uhr: Sitzung des Akademischen Senat, Edmund-Siemers-Allee 1, R.308)
###################
Zusatz Infos Lenzen:
praesidentenfindung.wachsender-widerstand.de
studis-online.de
zeit.de
Dienstag, 17. November 2009
Sehr erfolgreiche Kundgebung und Spontandemo!
Heute am 17.11. wurde in Hamburg um 16:30 Uhr zu einer Kundgebung von Unis, Schulen, Gewerschaften, Ausbildungsstätten und Kitas aufgerufen. Diese Demonstration stellte sich als voller Erfolg heraus. Die Besetzter des Audimaxes der UHH hatten sich schon um 15:30 Uhr versammelt, um in einer Spontandemonstration gemeinsam zum Ida-Ehre-Platz zu laufen. Innerhalb kürzester Zeit wuchs die Demonstrantenzahl von anfänglichen 100 auf mehr als 3000 an, spätestens am Ida-Ehre-Platz, an dem wir Studenten auf unsere Mitstreikenden stießen, um dann aufgrund der begrenzten Größe des Ida-Ehre-Platz gemeinsam zum Hachmann-Platz am Hamburger Hauptbahnhof zu schreiten. Dort gab es einige gut durchdachte Reden, zum einen von unserer Seite und zum anderen von Vertretern der Schüler und Kitas, als auch der Gewerkschaften. Anschließend klang die Kundgebung mit zwei Musikbeiträgen aus und wir machten uns in einer Spontandemo noch einmal gemeinsam auf den Weg zurück ins Audimax. Auch hierbei konnten wir an weiteren Rede- und Musikbeiträgen teilhaben.
Hierbei soll gesagt werden, dass nun die Besetzung fortgeführt wird, denn mit dem heutigen Tag haben wir gezeigt, dass wir zusammenhalten und etwas verändern wollen. Denn der heutige Tag war nicht das Ende, er war erst der Anfang!
Hierbei soll gesagt werden, dass nun die Besetzung fortgeführt wird, denn mit dem heutigen Tag haben wir gezeigt, dass wir zusammenhalten und etwas verändern wollen. Denn der heutige Tag war nicht das Ende, er war erst der Anfang!
Kundgebung heute, 17.11. 16:30 Uhr
Heute um 16:30 findet auf dem Ida-Ehre-Platz die Kundgebung zum bundesweiten Aktionstag statt. Es reden SchülerInnen, Studierende, LehrerInnen und ProfessorInnen, wie Professor Pazzini von den Erziehungswissenschaften.
Außerdem VertreterInnen des KiTa-Bündnisses, von Gewerkschaftenh und politischen Verbänden.
Es gibt auch reichlich Musik.
Kommt zahlreich und seid laut!
Außerdem VertreterInnen des KiTa-Bündnisses, von Gewerkschaftenh und politischen Verbänden.
Es gibt auch reichlich Musik.
Kommt zahlreich und seid laut!
Montag, 16. November 2009
Freiraum für Veranstaltungen
Initiativen und Einzelpersonen sind herzlich eingeladen den neu geschaffenen Freiraum Audimax für Veranstaltungen zu nutzen oder Gruppentreffen hier abzuhalten und uns dabei zu unterstützen ein vielfältiges Alternativprogramm anzubieten.
Freiräume legitimieren sich auch durch ihre Nutzung!
Freiräume legitimieren sich auch durch ihre Nutzung!
Chaos an Unitagen - Intransparente Planung des Präsidiums der Uni Hamburg ermöglicht Ausweitung der Bildungsproteste
(Pressemitteilung, Hamburg- 16.11.2009- 14 Uhr)
Das Audimax ist voll und es werden immer mehr! Hunderte Schüler_innen sind im Rahmen der Unitage bereits heute morgen um 8:30 Uhr in das seit nunmehr fast einer Woche besetzte Audimax an der Universität Hamburg geströmt. Trotz der Besetzung sollten die Informationsveranstaltungen gemäß einer Abmachung zwischen Studierenden und Universitätsleitung stattfinden.
Allerdings war die Verlegung der Veranstaltungen vom Präsidium bereits vor den Verhandlungen beschlossen. Die Besetzenden strebten eine gemeinsame Gestaltung der Unitage an, weil für sie die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Schülern essentiell ist.
„Es war nicht in unserem Interesse, die Infoveranstaltungen der Unitage aus dem besetzten Audimax zu verlegen. Wir finden es wichtig, den Schüler_innen die Möglichkeit zu geben sich über ihr zukünftiges Studium zu informieren.
Die Informationsveranstaltung muss allerdings auch die prekäre Situation des Bildungssystems beinhalten,“ meint Chemiestudent Olaf T.
Von den Besetzenden angesprochen, ob das Vorgehen der Unileitung im Nachhinein nicht als „heuchlerische Scheinheiligkeit“ zu sehen sei, entgegnete Vizepräsident Fischer: “Das können Sie so interpretieren.“
Das Ergebnis dieser nicht kommunizierten Verlegung sind chaotische Zustände auf dem Campus und Desorientierung bei den Schüler_innen, die nun zum Großteil nicht einmal die Möglichkeit haben ihre Veranstaltungen zu finden. Trotz der präsidiumsinternen Umplanung findet im Audimax ein vielfältiges Alternativprogramm statt, das von vielen Schüler_innen interessiert wahrgenommen wird. Neben einer symbolische Bildungsbarrikade, an der jede_r seine Kritik mit Farbe und Pinsel anbringen kann, gibt es eineReihe von Workshops.
Eine der anwesenden Schülerinnen kommentiert die Geschehnisse: „Ich finde es gut und wichtig was ihr macht. Gebt nicht auf!“
Die Studierenden gehen davon aus, dass sich die Proteste in den nächsten Tagen weiter ausdehnen werden: Insbesondere die Kundgebung am Dienstag um 16.30 Uhr auf dem Ida-Ehre-Platz dürfte zur Mobilisierung beitragen.
Das Audimax ist voll und es werden immer mehr! Hunderte Schüler_innen sind im Rahmen der Unitage bereits heute morgen um 8:30 Uhr in das seit nunmehr fast einer Woche besetzte Audimax an der Universität Hamburg geströmt. Trotz der Besetzung sollten die Informationsveranstaltungen gemäß einer Abmachung zwischen Studierenden und Universitätsleitung stattfinden.
Allerdings war die Verlegung der Veranstaltungen vom Präsidium bereits vor den Verhandlungen beschlossen. Die Besetzenden strebten eine gemeinsame Gestaltung der Unitage an, weil für sie die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Schülern essentiell ist.
„Es war nicht in unserem Interesse, die Infoveranstaltungen der Unitage aus dem besetzten Audimax zu verlegen. Wir finden es wichtig, den Schüler_innen die Möglichkeit zu geben sich über ihr zukünftiges Studium zu informieren.
Die Informationsveranstaltung muss allerdings auch die prekäre Situation des Bildungssystems beinhalten,“ meint Chemiestudent Olaf T.
Von den Besetzenden angesprochen, ob das Vorgehen der Unileitung im Nachhinein nicht als „heuchlerische Scheinheiligkeit“ zu sehen sei, entgegnete Vizepräsident Fischer: “Das können Sie so interpretieren.“
Das Ergebnis dieser nicht kommunizierten Verlegung sind chaotische Zustände auf dem Campus und Desorientierung bei den Schüler_innen, die nun zum Großteil nicht einmal die Möglichkeit haben ihre Veranstaltungen zu finden. Trotz der präsidiumsinternen Umplanung findet im Audimax ein vielfältiges Alternativprogramm statt, das von vielen Schüler_innen interessiert wahrgenommen wird. Neben einer symbolische Bildungsbarrikade, an der jede_r seine Kritik mit Farbe und Pinsel anbringen kann, gibt es eineReihe von Workshops.
Eine der anwesenden Schülerinnen kommentiert die Geschehnisse: „Ich finde es gut und wichtig was ihr macht. Gebt nicht auf!“
Die Studierenden gehen davon aus, dass sich die Proteste in den nächsten Tagen weiter ausdehnen werden: Insbesondere die Kundgebung am Dienstag um 16.30 Uhr auf dem Ida-Ehre-Platz dürfte zur Mobilisierung beitragen.
Abonnieren
Posts (Atom)